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Samtgemeinde-CDU attackiert Pieper
Vorstand tritt ab – und kritisiert vor der Hauptversammlung „Befehlston“ der Kreisvorsitzenden
Es ist eine bemerkenswerte Angelegenheit, mit der sich die CDU in Schwarmstedt in diesen Tagen befasst. Am morgigen Donnerstag trifft sich der Samtgemeinde-Verband der Christdemokraten um 20 Uhr im Gasthaus Tepe, und nach all dem, was sich im Vorfeld der Versammlung abspielt - unter anderem soll morgen ein neuer Vorstand gewählt werden -, dürfte es eine spannende Zusammenkunft werden: Denn die bisherigen Vorsitzenden attackieren die Kreisvorsitzende Gudrun Pieper, die als Schwarmstedterin dem Samtgemeindeverband angehört, scharf und geben ihr eine Mitschuld daran, dass die Zahl derer, die sich in der CDU vor Ort engagieren, immer kleiner wird.
Zum Abschied deutliche Worte: Jochen Schierbaum, Peter Stein und Oliver Dröse (v.l.) verlassen den Vorstand der Samtgemeinde-CDU in Schwarmstedt - und kritisieren dabei die Kreisvorsitzende Gudrun Pieper.
Schwarmstedt (jr). Als im Frühjahr der Vorstand der Christdemokraten im Samtgemeindeverband Schwarmstedt einen neuen Vorstand wählte, war intern die Lage klar besprochen: „Wir haben gesagt, dass nach der Kommunalwahl für uns Schluss ist“, sagt Jochen Schierbaum.
Der CDU-Vorsitzende und dessen beide Stellvertreter Peter Stein und Oliver Dröse hatten bereits seinerzeit persönliche Gründe geltend gemacht, weshalb sie spätestens im Herbst ihre Parteiämter aufgeben wollten. „Der Vorstand, die Ortsvereine und Gudrun Pieper waren informiert“, sagt Schierbaum. Dann folgte der Wahlkampf, in dem die CDU auf Dorothee Hiby-Durst als Samtgemeinde-Bürgermeisterkandidatin setzte. „Dabei ist die gesamte Arbeit an drei, vier Leuten hängengeblieben“, sagt Schierbaum, die Unterstützung aus der Partei für ihn und seine Mitstreiter habe total gefehlt. Am 11. September ereilte die CDU eine deutliche Wahlschlappe, und Schierbaum legt Wert darauf, „dass das Wahlergebnis mit der Entscheidung zum Rückzug nichts zu tun hat“. Der Noch-Vorsitzende formuliert es vorsichtig, wenn er sagt, „dass diese Zeit nun aber auch nicht gerade dazu beigetragen hat, um es uns anders zu überlegen“. Zu dieser Zeit gehöre auch, dass nicht nur die Landes-CDU mit bürokratischen Hürden zum Verdruss Schierbaums beigetragen hat, „sondern dass wir auch eine Kreisvorsitzende haben, die unseren Verband wie ein Unternehmen führt“. Schierbaum spricht von einem „Befehlston“, den Pieper des Öfteren an den Tag legen würde, und davon, „dass man Leute, die ehrenamtlich arbeiten, anders motivieren müsse“. Stein moniert, die Arbeit sei so nicht unbedingt „vergnügungssteuerpflichtig“.
So richtig erzürnt sind Schierbaum, Stein und Dröse, die zusammen auf mehr als 30 Jahre CDU-Vorstandsarbeit zurückblicken, über ein Interview, das die Landtagsabgeordnete Pieper der „WZ“ am 18. Oktober gab, und in dem sie unter anderem Hiby- Dursts Nominierung eine „personelle Fehlentscheidung“ nannte und Schierbaum und Co. „innerparteiliche Fehler“ attestierte, die mit zu der Wahlniederlage beigetragen hätten. „Gudrun Pieper war immer informiert, und Einspruch kam nicht“, sagt Stein über die Nominierung Hiby-Dursts; Schierbaum findet es insgesamt erstaunlich, „dass Gudrun Pieper im Kreisvorstand diese Kritik nicht vorbrachte. Da kam nichts“, sagt der Lindwedeler. Und zwischen den Zeilen empfiehlt Dröse der Kreisvorsitzenden, die Kraft Amtes auch dem Samtgemeinde-Verband angehört, sich an die eigene Nase zu fassen. „Wenn ich sehe, was Björn Gehrs und was unsere Landtagsabgeordnete an Stimmen erhalten haben, weiß ich nicht, ob man sich so äußern sollte“, sagt der Stellvertretende Vorsitzende. Gehrs hatte auf Samtgemeindeebene 4059, Pieper 310 Stimmen erhalten.
Auf die Frage, wie es nun weitergehen soll im Samtgemeindeverband, hat Stein eine klare Ansage parat: „Wir müssen am Donnerstag offene und deutliche Worte sprechen“, sagt das langjährige CDU-Mitglied aus Norddrebber, „die acht im Rat sitzenden Parteikollegen müssen Verantwortung übernehmen.“
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